Protest gegen den Sunblocker Rösler
2012-02-21 09:30
Protest gegen den Sunblocker Rösler
Mehr als 40 Branchenvertreter machten am Freitag ihrem Unmut über die
aktuellen Pläne zur Kürzung der Solarförderung von Wirtschaftsminister
Philipp Rösler (FDP) Luft. Sie versammelten nach einem Aufruf des
Bundesverbands Solarwirtschaft (BSW-Solar) vor dem
Bundeswirtschaftsministerium. Sie schwenkten Fahnen, mit traurigen
Sonnen darauf. Besonders hervorstechend war eine knapp fünf Meter hohe
Tube Sonnencreme, die ein Bild von Philipp Rösler zeigt. Darüber steht
in Großbuchstaben „Sunblocker“, darunter
„Solarenergie-Verhinderungs-Faktor 90“.
Die Protestler wollen mit
der Aktion auf ihre Situation aufmerksam machen. Nach Ansicht des
BSW-Solar gefährden die Pläne Röslers nicht nur weit über 100.000
Arbeitsplätze in der Solarbranche, sondern auch die Energiewende an
sich. Der Verband fordert die Politik auf, sich schützend vor die in der
Solarwirtschaft Beschäftigten zu stellen und die Solarstromförderung
weniger stark zu reduzieren als von Rösler geplant.
Der Minister
solle „die im vergangenen Sommer von der Bundesregierung beschlossene
Energiewende nicht weiter gefährden“, heißt es in einer Erklärung des
BSW-Solar. „Diese drastischen weiteren Kürzungen hätten unweigerlich
einen Markteinbruch und die Zerstörung eines Großteils der Solarbranche
in Deutschland zur Folge.“
Die Solarbranche hatte in den letzten
Jahren immer wieder mit drastischen Kürzungen der Solarförderung zu
kämpfen. Seit dem Jahr 2008 haben sich die Vergütungssätze für
Solarstrom bereits halbiert. Für das Jahr 2012 ist bisher eine weitere
Kürzung der Vergütung um 30 Prozent geplant. Bundesminister Rösler geht
dies noch nicht weit genug. Er fordert darüber hinaus eine Beschränkung
des Photovoltaik-Zubaus in Deutschland auf 33,3 Gigawatt bis 2020.
Auch
andere Protestaktionen sollen auf die derzeit schwierige Lage der
Solarindustrie aufmerksam machen. So plant beispielsweise das
Photovoltaik-Unternehmen Soleg, am 11. März alle im eigenen Besitz
befindlichen Solaranlagen zur Mittagszeit für einen Stunde abzuschalten.
Damit möchte Vorstand Josef Weindl am ersten Jahrestag des
Reaktorunglücks von Fukushima zeigen, das seiner Ansicht nach nur die
Erneuerbaren unsere Energieprobleme lösen können.
Quelle: www.photovoltaik.eu (Mirco Sieg)
